Was kostet ein Tier im Tierheim? …und im Laufe seines Lebens?

 

Ein Leben ist unbezahlbar.

 

Doch oft wird dies in der heutigen Zeit vergessen. Der Respekt vor einem LEBEN ist verloren gegangen. So kostet ein Kleintier im Zooladen nur ein paar Taler und die Anschaffung ist in wenigen Minuten getan.

Nicht jedem ist bewusst, dass er nun eine Entscheidung für die nächsten Jahre getroffen hat – oder auch nicht, denn das günstige Tier wird auch schnell mal weitergegeben…war ja nicht teuer.

Als ich damals als Tierarzthelferin arbeitete, konnte ich diesen Satz irgendwann nicht mehr hören. „Das Tier habe ich geschenkt bekommen, da gebe ich doch nicht so viel Geld aus.“ …oder „Das ist doch keine Rassekatze, da möchten wir so eine teure Behandlung nicht.“

Es handelt sich hier um Lebewesen und nicht um Gegenstände, die mehr oder weniger Wert haben!!! Jedes Tier hat eine artgerechte Haltung und eine angemessene tierärztliche Versorgung verdient.

Wenn ich kein Geld habe, kann ich auch kein Tier halten. Denn wer schon nicht bereit ist, bei der Anschaffung Geld auszugeben, wird auch keines beim Tierarzt lassen.

 

Wenn die erste Frage bei einer Vermittlung die nach dem Geld ist, erweckt es leider bei uns den Anschein, dass das Tier nach dem Preis und nicht nach seinem Wesen ausgesucht wird.

 

 

Das Tierheim soll doch froh sein, wenn es ein Tier los ist…

 

…habe ich früher auch gedacht. Bevor mir durch meine Arbeit im Tierheim bewusst wurde, wie viele unseriöse Menschen sich auch in ein Tierheim verirren. Ich möchte gar nicht wissen, wer noch alles vor der Tür stehen würde, wenn es keine Schutzgebühren gäbe.

 

Was umsonst ist, wird schnell angeschafft. Überlegt wird dann hinterher oder gar nicht.

 

Täglich haben wir mit grausamen Tierschutzfällen zu tun. Es werden Leuten Tiere weggenommen, denen man es nie angesehen hätte, dass sie hinter verschlossenen Türen ihre Tiere misshandeln und verwahrlosen lassen haben.

Niemanden steht auf der Stirn geschrieben, ob er gut oder schlecht zu Tieren ist. Und wenn man täglich während der Arbeit mit der Grausamkeit der Menschen konfrontiert wird, ist es hoffentlich nachvollziehbar, dass man sich jeden Menschen, dem man ein Lebewesen anvertraut, vorher genau ansieht.

 

Wie läuft eine Vermittlung ab?

 

Außenstehenden ist oft gar nicht bewusst, was hinter einer „Vermittlung“ eigentlich steckt.

Wir sind bemüht, jedes Tier in ein artgerechtes Zuhause auf Lebenszeit zu vermitteln.

Dies ist bei einigen Vorgeschichten oft gar nicht so einfach.

 

Wenn ein Tier zu uns kommt, versuchen wir als erstes sein Wesen einzuschätzen und an Verhaltensproblemen zu arbeiten. Bei bestimmten Tieren dauert es Monate, bis schlimme Erfahrungen verarbeitet und unangebrachte Verhaltensweisen verbessert sind.

 

An dieser Stelle möchte ich sagen, dass nicht jedes Tierheimtier (wie von manchen Leuten gedacht) automatisch verstört oder krank ist.

 

Gründe für eine Abgabe sind völlig verschieden und nicht jeder Mensch, der ein Tier abgeben muss, ist automatisch böse oder schlecht mit seinem Tier umgegangen.

 

Nach einer Wesensanalyse beginnt oft das Training und die Resozialisierung.

Wir versuchen jedem Tier den Tierheimaufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Darum gibt es bei uns viele Freigehege und die Unterbringung wird jedem Tier individuell angepasst.

Mit schönen Fotos und einer detaillierten Wesensbeschreibung versuchen wir, auf unsere Tiere aufmerksam zu machen. Zu jedem Topf passt ein Deckel und zu jedem Tier ein Besitzer. Man muss ihn nur finden...und wer sucht, der findet.

Ist ein Tier schwieriger, müssen wir eben umso mehr auf sein Schicksal aufmerksam machen, um den passenden Menschen zu finden.

 

Wenn Interesse an einem Tier besteht, bitten wir Sie, sich telefonisch bei uns zu melden. Erste Fragen können hier schnell geklärt werden und wir können einen Termin ausmachen. An diesem dürfen Sie dann das Tier kennenlernen, wir erzählen Ihnen, was wir über das Tier wissen und möchten natürlich auch einiges über Sie erfahren.

 

Danach findet ein Vorbesuch bei Ihnen Zuhause statt. Bei Leuten, die sehr weit weg wohnen, bitten wir einen ortsansässigen Tierschutzverein dies zu tun.

Hierbei wird nicht in jeder Schublade gewühlt! Der Sinn des Besuches ist noch offene Fragen mit dem zukünftigen Tierhalter zu klären und Tipps und Hinweise zu geben. Oft kann die Vorkontrollperson, die ais der Region ist, noch tolle Tipp über gute Tierärzte, Hundeschulen oder Hundewiesen geben. Es soll nur abgesichert werden, dass normale Wohnverhältnisse vorhanden sind.

Wie das neue Zuhause eines Tieres sein sollte, ist sehr individuell, je nach Angewohnheit des Tieres. Grundsätzlich gibt es keine Vorgabe, wie viele Stunden man arbeiten gehen darf oder dass ein Grundstück vorhanden sein muss. (Manche Tierheime vermitteln grundsätzlich nur unter diesen Voraussetzungen).

Ich denke, das größte Grundstück nützt dem Hund nichts, wenn sein Besitzer sich nicht mit ihm beschäftigt. Aber dein Hund würde mit dir in die kleinste Laube ziehen, Hauptsache, er darf bei dir sein.

 

Wir vermitteln grundsätzlich keine reinen Wach- oder Hofhunde! Ein Hund ist ein Rudeltier. Die größte Strafe für ihn ist es, vom Rudel ausgeschlossen zu werden. Auch wenn er sich irgendwann damit abfinden wird (ihm bleibt ja nichts anderes übrig), wird ein einzelner Hund allein auf dem Hof nicht glücklich.

 

Die Zucht mit Tierheimtieren ist grundsätzlich verboten und Tierheimtiere dürfen nicht ohne unsere Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.

 

Nach der Vermittlung bleiben wir mit dem neuen Zuhause im telefonischen Kontakt.

Bei Fragen und Problemen sind wir immer für Sie da.

 

Nach einiger Zeit wird ein Nachbesuch stattfinden.

 

 

 

Ein Tier auf Probe…

Jedes Tier, das einmal im Tierheim war, ist an dem Tag an dem es adoptiert wird, wohl das glücklichste Tier der Welt. So viel Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten gab es wohl schon lange nicht mehr…eine Bindung zum neuen Besitzer ist schnell aufgebaut. Doch entscheidet der Mensch nach wenigen Tagen, dass ein Tier doch nicht so das Wahre für ihn ist und auch noch Arbeit macht, bricht für das Tier die Welt zusammen.

Ein Tier ist ein Lebewesen und die Anschaffung sollte vorher genauestens überlegt sein.

Um sich bewusst zu werden, ob genau dieses Tier das richtige ist, vereinbaren wir gern so viele Termine wie nötig, bis sie sich sicher sein können, dass dies genau Ihr Tier ist. An diesen Terminen darf gestreichelt, gekuschelt und Gassi gegangen werden.

Wenn schon ein Hund in der Familie vorhanden ist, kann natürlich bei uns vor Ort probiert werden, ob beide sich mögen.

Ein Lebewesen ist kein Versuchsobjekt, in diesem Sinne, gibt es also keine Probezeit.

Etwas anderes ist es, wenn nach der Vermittlung unerwartete Probleme auftreten. Zum Beispiel verträgt sich das neue Tier mit einem schon vorhandenen Tier nicht, das Tier fühlt sich im neuen Heim überhaupt nicht wohl usw… sind wir ein Tierleben lang immer für Sie da. Fragen werden, egal wie lange das Tier schon bei Ihnen lebt, immer gern beantwortet. Nach allen Möglichkeiten versuchen wir zu helfen und nehmen jedes Tier im Ernstfall wieder zurück.

 

 

Was ist eine Schutzgebühr?

 

Eine Schutzgebühr, ist die Summe, die bei der Adoption des Tieres entrichtet wird.

Jedes Tierheimtier kostet Geld. Jedoch ist diese bei jedem Tier individuell.

Mit der Schutzgebühr müssen Tierarztkosten, Versorgung, Unterbringung, Instandhaltung und Personalkosten abgedeckt werden. Diese Gebühr ist kein Kaufpreis für das Adoptierte Tier, sondern eine Spende, die allen Tieren im Tierheim zugute kommt.

 

Wir versuchen alle notwendigen tierärztlichen Leistungen (Impfungen, Parasitenbehandlung, Chip, Kastration) vor der Vermittlung am Tier durchführen zu lassen. Man erhält ein gesundes Tier und der Käufer gibt am Ende weniger Geld aus:

 

Tierärztliche Leistung

Hund

Katze

Impfungen (Grundimmunisierung)

2-3 Impfungen

120,00€

2 Impfungen

 50,00€

Wurmkur

  10,00€

   8,00€

Chip

  40,00€

  40,00€

Flohbehandlung

  20,00€

  10,00€

Kastration bis zu

300,00€

 120,00€

gesamt

490,00€

 228,00€

Kosten bei uns:

250,00€ - 300,00€

  90,00€

* alle Werte sind Richtwerte

 

Nicht zu vergessen ist, dass viele Tier sehr krank zu uns ins Tierheim kommen und lange gepflegt werden müssen oder eine kostspielige Tierarztbehandlung benötigen. Auch diese Kosten müssen abgedeckt werden.

 

Die Schutzgebühr ist bei jedem Tier, je nach Wesen, Alter, Gesundheit und tierärztlicher Leistung individuell (Hund max. 300€, Katze max. 90€, Kleintier max. 40€).

 

Da wir kein städtisches Tierheim sind, erhalten wir von der Stadt Eisenhüttenstadt keine finanzielle Unterstützung und müssen alle Kosten (Tierarzt, Steuern, Personal, Wasser, Strom, Ausbau und Instandhaltung, Versicherung, Gebrauchsmaterial…) selbst tragen.

 

 

Welche Kosten kommen nach der Anschaffung auf mich zu?

 

Egal bei welcher Tierart, sind an oberster Stelle die Tierarztkosten zu nennen, die in einem schlimmen Krankheitsfall oder bei einer OP unheimlich hoch sein können.

Und der Tag, an dem jedes Tier einmal krank wird, kommt sicher.

 

Auch Familien, die finanziell nicht sehr gut gestellt sind, können verantwortungsbewusst für ein Tier sorgen. Bereits vor der Anschaffung, kann man eine Notrücklage ansparen, die nur für das Tier ist und jeden Monat weiter sparen.

Laufende Kosten sollte man vorher genau durch rechnen:

 

 

Hund

Katze

Kleintier

Kastration ca.

300,00€

60-120,00€

50,00€

Impfung jährlich

  40,00€

25,00€

12,00€

Steuern im Jahr ca.

25-120

-

-

Haftpflichtversicherung/Jahr ca.

  70,00€

-

-

* alle Werte sind Richtwerte

 

 

Hinzu kommen Futterkosten, Kosten für Unterbringung/Einstreu, Wurmmittel, Floh –und Zeckenschutz, Urlaubsbetreuung, Welpenspielstunde und Hundeschule.

 

Einige Ordnungsämter befreien bei der Anschaffung eines Hundes aus dem Tierheim bestimmte Zeit von der Hundesteuer!

 

 

 

Tierheim am See

Vogelsänger Chaussee 2

(neben Steinhandel Nogi)

15890 Eisenhüttenstadt

 

 

Tel: 0173 903 6140


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